Alle Krebsbegleiter treffen sich in regelmäßigen Abständen zu einem Wissen- und Erfahrungsaustausch

Protokoll der Krebsbegleiter-Forschungsgruppe 2018 - 5. und 6. Oktober 2018 im Psychobionik-Institut
von Astrid Gugel - hier als pdf-Datei


Seit 2016 gibt es die Krebsbegleiter-Fortbildung für Psychobioniker, in der Bernd Joschko sein gesammeltes Wissen über die Begleitung von Krankheitsprozessen weitergibt. Die so ausgebildeten Krebsbegleiter haben vereinbart, sich unter der Leitung des Berufsverbandes Psychobionik e.V. einmal jährlich zu einer Forschungsgruppe zusammenzufinden, um ihre Erfahrungen auszutauschen, sich fortzubilden und ihr Wissen an die nachfolgenden Krebsbegleiter weiterzugeben. Dieses wertvolle Foschungswissen soll auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

2018 findet diese Forschungsgruppe an zwei Tagen im Oktober statt.


Tatsächlich befinden wir uns in dauernder Fortbildung, da wir ständig von unseren Klienten lernen, und wie Bernd betont, hat er „am meisten von denen gelernt, die an ihrem Krebs gestorben sind“.

Zur diesjährigen Forschungsgruppe erscheinen Bernd Joschko, Rita Schreiber, Jörg Hampel, Peter Scharf und Astrid Gugel.

Wir beginnen mit einigen grundsätzlichen Überlegungen zu unserer Tätigkeit als Psychobioniker:
Bernd berichtet über einen Spiegel-Artikel von 1977 („Krebs durch Seelenschmerz und soziale Qual?“ – DER SPIEGEL 45 / 1977 – im Internet über die SPIEGEL-Website findbar), in welchem von den Forschungen von Ronald Grossarth-Maticek berichtet wird, dem es schon in den 60er-Jahren gelang, die krebsgefährdeten Personen einer Dorfbevölkerung auf der Basis von Fragen nach ihren Lebensgewohnheiten herauszufiltern. Von den 38 von ihm festgestellten Krebsgefährdeten waren bei Erscheinen des Artikels 37 an Krebs gestorben und einer an Krebs erkrankt.


Auf seiner Website schreibt Grossarth-Maticek:
„Das Hauptinteresse unserer Forschung sind die körperlich-seelischen Wechselwirkungen im „System Mensch“ und im „System Gesellschaft“. Welche Faktoren führen zu einer speziellen Krebserkrankung? Welche Wechselwirkungen begünstigen einen Herzinfarkt oder Hirnschlag? Welche Lebensweisen und Verhaltensmuster halten relative Gesundheit bis ins hohe Alter aufrecht? Welche Therapien zeigen eine präventive Wirkung? Wie kommuniziert das Individuum mit seiner sozialen Umwelt und welche Art der Kommunikation ist für die persönliche und soziale Problemlösung erfolgreich?“
(http://www.grossarth-maticek.de/seiten/frame_forschung.html, abgerufen am 06.12.2018)

All dies sind Fragen, an denen auch wir Psychobioniker forschen und die wir gemeinsam mit unseren Klienten individuell zu beantworten suchen. Die Lebenszusammenhänge und persönlichen Erlebnisse, die Grossarth-Maticek über Interviews und Fragebögen erfaßt, decken wir in der Innenwelt auf und stellen dabei fest, daß Krankheitsmuster bis zu vier Generationen zurück reichen. So gesehen würden wir die aktuellen Lebenszusammenhänge eines Menschen, seine Beziehungsfähigkeit und sogar traumatische Erlebnisse, die zu seiner Krankheit beigetragen haben, schon als Ausdruck (Symptom) seines Ahnenfeldes sehen.
Leider kommen bislang noch viele Menschen dann zu uns, wenn sie schon schwer erkrankt sind. Dabei wären die Aufarbeitung der Familienthemen,die Optimierung der eigenen Archetypischen Kräfte und das Finden des persönlichen Lebensweges beim Innenweltsurfen eine höchst effektive Präventivmaßnahme.
Auf der Basis seiner Forschungen entwickelte Grossarth-Maticek ein Autonomietraining. Dazu schreibt er: „Das Autonomietraining ist eine Methode zur Anregung der Selbstregulation. Es ist keine Psychotherapie, sondern ein Trainingssystem zur eigenaktiven Problemlösung auf der Kompetenzebene des Menschen.
Im Gespräch wird die Fähigkeit zur Selbstregulation angeregt. Selbstregulation definieren wir als die Fähigkeit, durch Eigenaktivität Wohlbefinden, Lustgewinn, Sicherheit und Sinnerfüllung zu erreichen.

Eine blockierte Selbstregulation kann auf Dauer krank machen. Die Ursachen für solche Blockaden liegen oft schon in frühster Kindheit, weil in dieser häufig die Ereignisse von höchster emotionaler Bedeutung stattgefunden haben. Aber auch spätere Lebensereignisse können zu Hemmung in der Selbstregulationsfähigkeit führen (z. B. Schockerlebnisse, Erfahrungen der Denunziation, schmerzliche Trennungen).“
(http://www.grossarth-maticek.de/seiten/frame_autonomie.html, abgerufen am 06.12.2018)

Unsere Arbeit als Psychobioniker und Krebsbegleiter stellt ebenfalls eine Art von Autonomie- und Selbstwirksamkeitstraining dar: Um in der Innenwelt wirkungsvoll handeln zu können, müssen manche unserer Klienten zunächst Handlungskompetenz entwickeln. Ist diese nicht oder mangelhaft vorhanden, trainieren wir sie mit den Klienten. Dies hat oft schon Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten des Menschen in der Außenwelt: Er wird selbstbewußter, konfliktfähiger, beziehungsfähiger und ist besser in der Lage, seine Interessen zu vertreten und wirkungsvoll seine Ziele zu verfolgen. – Diesen Effekt hatte auch schon die Synergetik-Therapie, welche darüberhinaus sehr differenziert eine ganze Reihe weiterer Qualitäten entwickelt (diese sind in Gruppen den Chakren zugeordnet: siehe das Chakren-Modell in der Psychobionik) und auch schon mit Persönlichkeitsanteilen (z.B. dem Inneren Kind) arbeitet.

Die Psychobionik geht jedoch über ein solches Training hinaus, da sie die Optimierung der Archetypischen Kräfte des Menschen zum Ziel hat.
Bernd betont auch diesmal wieder, daß die Optimierung der Urbilder vorrangig ist vor einer bloßen Auflösung des Krankheitsmusters. In den Begrifflichkeiten der Systemwissenschaften, denen die Psychobionik angehört, sind die Urbilder die „Ordner“, also diejenigen Einflußkräfte im System Psyche, die, wenn sie in ihrer Wirkung sind, das System Psyche „versklaven“ und damit in der gesamten Psyche die Archetypische Ordnung herstellen. Krankheits- und andere Symptommuster können dann nicht mehr aufrechterhalten werden. Daher sollten wir uns gerade bei der Arbeit mit kranken Menschen nicht an „Unterprogrammen“ (z.B. einem Krankheitsmuster) aufhalten, sondern von Anfang an die Aktivierung sämtlicher Archetypischen Kräfte anstreben.

Anmerkung: Dennoch ist es sinnvoll, zu Beginn ein Profiling durchzuführen, um den Überblick über die Hauptfaktoren des Krankheitsmusters zu bekommen. Dem Klienten können so auch die Hauptthemen aufgezeigt werden, an denen er in der Innen- und Außenwelt vorrangig wird arbeiten müssen. Durch diese Aufdeckungsarbeit kann der Klient erkennen, was seine Krankheit mit ihm zu tun hat und wie er durch seine Lebensweise zu seinem Kranksein beiträgt, aber auch, in welchen Bereichen er sich weiterentwickeln und sein Leben ändern muß. Dies zu erkennen kann für den Klienten motivierend sein, weil er sieht, daß er auf seinen Zustand Einfluß nehmen kann.

Interessanterweise heißt es in dem schon erwähnten Spiegel-Artikel: „Auf welche Weise die erfragten Lebensschicksale, Einstellungen, Ängste und Vorurteile der Patienten einigen von deren Körperzellen so stark zusetzen, daß irgendwann irgendwo ein Krebsherd entsteht, ist Maticek „unbekannt“. Es muß, spekuliert er, dahinter ein noch nicht entschleiertes „Organisationsprinzip der Zellen“ stecken.“

Diese präziseren Zusammenhänge erfassen wir in Synergetischen Profilings, in denen wir genau die Faktoren herausarbeiten und auch gewichten können, die zu einer Erkrankung beigetragen haben. Wir können dabei aufzeigen, welche Archetypischen Kräfte durch welche lebens- und familiengeschichtlichen Ereignisse wie stark beeinträchtigt wurden und auch, was letztendlich den Ausschlag gegeben hat für den Beginn der Krankheit.

Bernd weist wieder einmal darauf hin, daß es „Heilung“ in dem Sinne, in dem dieser Begriff gewöhnlich verstanden wird (nämlich als das Entfernen oder Beenden einer Krankheit, und zwar meist als Ergebnis einer Behandlung), nicht gibt, sondern daß Heilung stets aus einer Weiterentwicklung der Lebenskompetenz des betreffenden Menschen erwächst.

Unsere Aufgabe besteht also nicht nur darin, dem Klienten die Faktoren aufzuzeigen, die zu seiner Erkrankung beigetragen haben, und ihn anzuleiten, seine Archetypischen Kräfte durch Aufarbeitung hinderlicher Prägungsmuster wieder in die Wirkung zu bringen, sodaß die allen lebendigen Prozessen zugrundeliegenden Kräfte wieder zur Verfügung stehen und der Mensch in einem ganzheitlichen Sinne lebensfähig wird, sondern auch, ihn zu Veränderungen seiner Lebensweise anzuregen und ihm bewußt zu machen, daß seine Erkrankung eine Aufforderung zu persönlicher Weiterentwicklung darstellt.


Dabei sind immer mehrere Faktoren und auch deren Wechselwirkungen zu beachten.


Zum einen die Ebenen von Körper, Geist und Seele, welche selbstähnlich zueinander sind, also dasselbe Thema jeweils unterschiedlich ausdrücken. Zugleich aber auch die Lebenszusammenhänge des Menschen, sein Kontext. Hier sind besonders die Bereiche Beziehungen, Beruf und Wohnsituation von Bedeutung. Auch in diesen drücken sich selbstähnlich die Lebensthemen eines Menschen aus. Allen diesen Ausdrucksfeldern liegt dieselbe Software zugrunde, nämlich die Archetypischen Kräfte, an denen wir in der Psychobionik vorrangig arbeiten.

Hat ein Mensch irgendein Symptom, so wird sich dieses selbstähnlich in allen seinen Ausdrucksfeldern wiederfinden. Ist eine ganzheitliche Gesundheit das Ziel, genügt es daher keinesfalls, das Symptom zu beheben, sondern es muß zunächst die zugrundeliegende Software (die Archetypischen Kräfte) verändert werden und dann müssen diese Veränderungen (falls dies nicht schon von selbst geschieht) auf alle anderen Bereiche übertragen werden. In der Regel ist dies ein Prozeß, der teilweise selbstorganisatorisch abläuft (z.B. wenn jemand sich aufgrund seiner Sessions in bestimmten Situationen anders verhalten kann, ohne das erst geübt zu haben), teilweise aber auch vom Klienten aktiv unternommen werden muß.

Für Menschen, die einfach ihr Symptom auflösen wollen, z.B. indem sie nur das Informationsmuster hinter ihrer Krankheit auflösen, ist die Psychobionik zwar eine sehr wirkungsvolle Methode, jedoch wird in solchen Fällen die Nachhaltigkeit begrenzt sein: Ist die Psyche noch nicht grundlegend in der Archetypischen Ordnung, so können Lebensereignisse weiteres unbewußtes Material aktivieren, sodaß die Psyche teilweise in ihren vorherigen Zustand zurückkippt und dementsprechend auch Symptome wieder auftauchen. Ähnlich ist es bei Menschen, die zwar viel in ihrer Psyche aufräumen, jedoch nicht willens oder nicht fähig sind, Veränderungen in ihren äußeren Lebenszusammenhängen anzugehen. Auch bei diesen kann der äußere Kontext, der ja noch Ausdruck des vorherigen Zustands der Psyche ist, die Psyche wieder teilweise zurückkippen lassen.

Manche Menschen sind tatsächlich von ihrem Entwicklungsstand her noch nicht fähig, ins Leben zu gehen und selbstbestimmt zu leben, weil dazu emergente Qualitäten erforderlich sind, die einfach erst einmal entwickelt werden müssen.

Die Psychobionik ist am wirkungsvollsten und nachhaltigsten bei denjenigen Menschen, die sie nutzen, um sich auf den Weg zu machen, sich zu entwickeln, ihr Potenzial zu entfalten, ihren Lebenssinn zu finden und zu leben und dementsprechend auch ihr Leben in allen seinen Teilbereichen zu gestalten.
Vor diesem Hintergrund betrachten wir nun mehrere Klienten der letzten Monate und ihre Entwicklungsprozesse. Dabei konzentrieren wir uns auf Klienten, deren Anlaß für ihre Innenweltarbeit eine Krebserkrankung war. Insbesondere haben wir mehrere Fälle von Frauen mit Brustkrebs links, was uns die Möglichkeit gibt, Vergleiche anzustellen.


Namen wurden geändert

Klientin 1: Friederike

Friederike hatte 2005 Brustkrebs links, machte damals – nach einer OP – Sessions bei Bernd und blieb danach gesund. Sie hat keine weiteren medizinischen Behandlungen an sich durchführen lassen. Friederike hatte damals ihre Innenwelt soweit aufgeräumt, daß nichts mehr zu finden war, was nicht der Archetypischen Ordnung entsprach. Auch in mehreren Kontrollsessions, die sie seitdem in jährlichen Abständen gemacht hatte, war nichts mehr zu finden gewesen, was man hätte bearbeiten können.
Nun ist sie wiedergekommen, weil es ihr schon seit längerem psychisch nicht gut geht. Äußerer Anlaß ist, daß ihr Sohn (eines von drei Kindern) seinen Erbteil will, da seine beiden Geschwister ihren jeweiligen Erbteil bereits bekommen haben. Friederike und ihr Mann haben aber inzwischen ein Haus gefunden, das sie kaufen wollen und müssen jetzt entscheiden, ob sie ihrem Sohn das Geld geben oder mit dem Geld das Haus für sich selbst kaufen. Friederike will nicht auf ihren Traum, dieses Haus zu kaufen, verzichten, hat aber Schuldgefühle gegenüber ihrem Sohn, weil sie ihn gegenüber den Geschwistern nicht benachteiligen will.
Bernd betont in der Besprechung, daß es hier nicht darum geht, den Konflikt zu lösen, sondern aufzudecken, warum Friederike mit diesem Konflikt nicht klarkommt. Denn Konflikte sind ein normaler Teil des Lebens, und unsere Aufgabe ist einfach nur, sie zu bewältigen… Wenn uns das gelingt, machen sie uns auch nicht krank.
In der Innenwelt stellt sich zunächst heraus, daß Friederike noch immer Schuldgefühle bezüglich ihres Bruders hat, der durch Selbstmord starb als sie dreißig war. Sie glaubt, sie hätte dies verhindern müssen und versucht dieses vermeintliche Versäumnis an ihren Kindern wiedergutzumachen: „Ich will meine Kinder glücklich machen. Sie sollen nie in eine solche Situation kommen, daß sie sich umbringen.“

Hier haben wir also den Versorgungskonflikt, der Brustkrebs links zugrundeliegt.

Interessant ist: Die Sache mit ihrem Bruder war aufgelöst gewesen, ist aber offenbar durch die äußeren Ereignisse mit ihrem Sohn wieder zurückgekippt.
Ein wichtiger Punkt: Es wird klar, daß Friederike ihren Bruder damals nicht losgelassen hatte. Bei der Aufarbeitung ihrer Krankheitshintergründe 2005 hatte sie den Bruder so bearbeitet, daß er nicht mehr starb. Dadurch konnte also kein Loslassen stattfinden, und dieser Schritt fehlt jetzt noch.
Genausowenig wie ihren Bruder kann sie ihre Kinder loslassen: Dem Jüngsten hat sie ein Haus gebaut, weil er zu seinen Eltern zurückziehen wollte. Seitdem fühlt sie sich wieder als Mama und ihm wird es zu eng. Sie will es allen recht machen und fühlt sich für alle verantwortlich.
Ihr Sohn, wegen dem sie jetzt Schuldgefühle hat, hat außerdem denselben Vornamen wie ihr toter Bruder. Das ist so etwas wie ein Auftrag an den Sohn, zu sein wie der Bruder, das heißt ihr Sohn hat die Aufgabe, sie mit den beim Bruder unerlösten Themen zu konfrontieren. Er macht seine Sache also sehr gut… J Sie fühlt sich für beide verantwortlich, und beide finden keinen Weg, ins Leben zu gehen: Der Bruder bringt sich um, und der Sohn braucht als Erwachsener noch die Mutter.
Friederike erkennt, daß ihr eigener nächster Entwicklungsschritt sein muß, die erwachsenen Kinder loszulassen, damit diese (und auch sie selbst) ihr Leben leben können.
Bei der Aufarbeitung der Eltern – die ja eigentlich für den Bruder zuständig sein sollten – zeigt sich dann, daß der Uropa seinen Sohn (den Opa väterlicherseits) vom Hof gejagt und damit enterbt hat und deswegen unter Schuldgefühlen leidet. Die Gefühle dieses Opas finden sich dann bei Friederike Bruder wieder und tragen zu seinem Selbstmord bei. Dieses bisher nicht aufgedeckte Ereignis drei Generationen zurück wurde jetzt bei Marita durch ihre äußere Lebenssituation ausgelöst.

Dies ist ein Beispiel dafür, daß in der Synergetik-Therapie nicht ausreichend weit durch die Generationen rückwärts gearbeitet wurde, nämlich oft nur ein bis zwei Generationen zurück. Selbst wenn zwei Generationen zurück die Innenwelt anscheinend in Ordnung ist, können weiter zurückliegende Ereignisse bei selbstähnlichem Erleben noch immer systemprägend wirken.

Friederike konnte in zwei Sessions die fehlende Aufarbeitung durchführen und ihren Lebenssinn neu finden: Sie will wieder als Architektin arbeiten.

 

 


Dies zeigt auch der Fall von…Klientin 2: Miriam

Miriam hat keinen Brustkrebs, sondern einen (Tumor im Unterleib) - Blasenkrebs/Urothelcarcinom 200ml. Auslösendes Lebensereignis war in diesem Fall eine Geldforderung von Banken, die per ordentlicher Vollstreckung Schulden ihres heute dementen und insolventen Ex-Mannes in Millionenhöhe einziehen wollten. (von der Familie ihres inzwischen verstorbenen Exmannes,) die ) so hoch also, daß sie und ihr aktueller Ehemann diese keinesfalls erfüllen konnten. Miriam erster Gedanke in dieser Situation war: „Eher sterbe ich, bevor ich meinen Mann da mit reinziehe.“
Miriam hatte insgesamt 10 Sessions dazu innerhalb von 3 Wochen im Februar 2018. 7 bei Peter, dann 3 bei Bernd.

In den ersten Sessions werden existenzbedrohende Schulden- und Versorgungsthemen deutlich, u.a. wurde das noch junge Großelternpaar mütterlicherseits wegen Geldmangel genötigt, einen eigenbrödlerischen Onkel (Bruder vom Uropa) quasi am Tisch und im Bett bei sich aufzunehmen, damit sie selbst ihn los sind und er anderweitig, von „nicht zuständigen“ versorgt wird.

Sie haben dafür 5000,- bekommen, exakt die Summe, mit der die heutigen Schulden letztlich verglichen und abgelöst wurden.

Als Hintergrund in der Innenwelt erschließt Bernd mit ihr einen bisher verborgen gebliebenen Teil ihrer Familiengeschichte: Ihre Oma väterlicherseits hat heimlich eine Abtreibung (ein Kind von ihrem Ehemann) vorgenommen, sich davon nie ganz erholt, von da an immer Unterleibsbeschwerden gehabt, ist jung gestorben (mit 30) und hat fünf Kinder zurückgelassen. Marthas Vater hat dadurch mit drei Jahren seine Mutter verloren und wurde mit allen Geschwistern vom Vater ins Heim gebracht.
Der tiefere Hintergrund ist, daß diese Oma ihren Mann zu 50% aus Trotz gegen ihre Herkunftsfamilie und besonders gegen ihren Vater geheiratet hat, die ihn nicht annehmen wollten. Damit verliert sie ihren Vater bzw. sie muß von nun an ihren Mann von sich stoßen, um ihren Vater zurückzubekommen, denn als Frau muß sie zuerst den Vater haben, um sich ablösen und Frau werden zu können. Als diese Oma stirbt, macht sie eigentlich einen Machtkampf mit ihrem Vater.

Dies hat eine Entsprechung in Miriam eigenem Leben, denn auch ihr Vater hat ihren ersten Mann abgelehnt und ist nicht zu ihrer Hochzeit gekommen. Damit hat er das Thema seiner Mutter (Ingrids Oma) weitergegeben. Auch Ingrid hat aus Trotz gegen ihren Vater geheiratet und wollte bei ihrer ersten Schwangerschaft schon diesen Mann verlassen. Ihr Vater starb ein halbes Jahr nach ihrer Hochzeit, sodaß sie sich mit ihm auch nicht mehr weiter auseinandersetzen konnte.
Miriam erkennt, daß durch die Geldforderung für die Schulden ihres Exmannes alle Gefühle der Vorfahren in ihr ausgelöst wurden. Sie kann diese alle an den entsprechenden Stellen rückkoppeln.

Miriam erkennt außerdem in einer weiteren Session, daß sie sich in den letzten Jahren selbst ihre Leidenschaft fürs Tanzen versagt hat, weil ihr aktueller Partner einfach kein Tänzer ist, sie aber ihm zuliebe nicht mit anderen Männern tanzen wollte. Ihr wird bewußt, daß sie wieder tanzen gehen muß, weil ihr ansonsten ein Stück Lebendigkeit und Lebenssinn fehlt.
(Kurze Zeit nach diesen zwei Sessions war ihr Tumor nicht mehr aufzufinden.)

Nach den drei Wochen Sessionarbeit war ihr Tumor nicht mehr aufzufinden.

 

 


Klientin 3: Jana

Jana hat im Sommer eine Therapiewoche bei Bernd gemacht, weil sie Brustkrebs links hat. Am Ende dieser Woche war ihre Innenwelt so in Ordnung, daß Bernd aufgrund seiner Erfahrungen meinte, daß der Krebsknoten sich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auflösen würde. Allerdings ließ Jana sich unter dem massiven Druck, den ihr Arzt auf sie ausübte, sofort am Tag nach Ende ihrer Therapiewoche operieren, sodaß dies nicht mehr überprüft werden kann.
Sechs Wochen später machte sie bei Bernd eine Update-Session. Auch in dieser Session war noch immer alles in Ordnung. Als Symbolraum zum Thema „Brustkrebs“ hatte sie eine sonnige Landschaft.

Dunkle Wolken, die in dieser Landschaft auftauchten, hatten den Hintergrund, daß ihr Inneres Kind Angst hatte, weil sie von Menschen umgeben ist, die nicht an ihren Weg glauben und ihr zu weiteren medizinischen Behandlungen raten. Insbesondere ihr Mann sagte ihr schon während der Therapiewoche am Telefon als sie vom Kamala aus bei ihm anrief und ihm mitteilte, sie habe „ihren Krebs aufgelöst“: „Und du hast Krebs.“ – In ihrer Update-Session aber, läßt Bernd sie den Mann in ihre Symbollandschaft rufen, und diese verändert sich nicht, was anzeigt, daß der Mann zumindest keinen Anteil am Thema Krebs hat.
Nach Therapiewoche und Operation holte Jana die Meinungen von acht Medizinern – drei Schulmedizinerne und fünf Alternativmedizinern – ein. Von den Alternativmedizinern sagten ihr zwei, ihre Aufarbeitung seelischer Konflikte sei das Beste gewesen, was sie hätte tun können. Sie war allerdings auch enttäuscht, weil keiner der Alternativmediziner ihr einen konkreten Plan anzubieten hatte, wie mit ihrem Krebs umzugehen sei, sondern eher nur verschiedene Methoden, die man ausprobieren könne. Die sehr konkreten Pläne der Schulmediziner lehnte sie wiederum ab, sodaß sie aktuell von der Medizin insgesamt so enttäuscht ist, daß sie nach eigener Aussage keine medizinischen Maßnahmen mehr an sich durchführen lassen will.

 

 


Klientin 4: Simone

Simone hat ebenfalls Brustkrebs links und hat etwa im Verlauf des letzten Jahres eine Therapiewoche und die zwei Wochen Grundausbildung gemacht. Ihr Knoten hat sich bislang nicht aufgelöst, was ihr viel Angst macht. Insbesondere hat ihr Mann eher die Tendenz, ihre Ängste zu verstärken als Patricia auf ihrem Weg zu bestätigen. Kurz vor ihrer Update-Session war sie bei einem Ayurveda-Arzt, der ihr empfahl, einfach nicht mehr zu Ärzten zu gehen, wenn diese ihr so viel Angst machten…

In ihrer Update-Session hat sie im Symbolraum einen rutschigen Boden ohne Öffnung nach oben. Sie empfindet Angst davor, „auszurutschen“, Fehler zu machen, Fehlentscheidungen zu treffen in bezug auf ihre Gesundheit und womöglich, falls sie nicht überlebt, ihre Kinder allein zu lassen.

Sie fragt das Eis, wann es sich gebildet hat. Es taucht zunächst die Ärztin auf, die bei Simone Punkte auf der Lunge entdeckt und sie in den letzten Wochen damit verunsichert hat, aber tatsächlich muß das Gefühl der Unsicherheit älter sein und wird von der Ärztin nur ausgelöst.
Es wird sichtbar, daß auch ihr Partner Angst hat und daß Simone seine Angst mittragen muß – anstatt daß er sie stärkt. Da hinter dem Partner immer der Vater steht, läßt Bernd Simone überprüfen, inwieweit ihr Vater in der Innenwelt hinter ihr steht: 40%. Der Vater in ihr glaubt nicht an sie und ihren Weg. Der Innere Vater reagiert auch ungläubig als sie ihm das Eis in ihrer Psyche zeigt und von ihrer Angst spricht: Er glaubt nicht an einen Zusammenhang. (Tatsächlich glaubt sie selbst nicht an den Zusammenhang, denn er ist ja Teil ihrer Psyche.)

Die pubertierende Simone spürt ihren Vater nicht hinter sich, sie erlebt ihn als „verbohrt und unerreichbar“. Auch ihre Mutter hält nicht zu ihr.
Nachdem Simone diese drei Anteile zerstört hat, sieht sie sie als Urbild „Heile Familie“ und das Eis in ihrem Symbolraum ist aufgelöst. Die Situation, in der die Ärztin ihr von den Punkten auf ihrer Lunge erzählt, macht ihr keine Angst mehr.
Ansonsten scheint ihre Psyche in Ordnung, und es findet sich nichts, was noch aufgearbeitet werden müßte.
Patricia hat trotzdem kurze Zeit danach mitgeteilt, daß sie beabsichtigt, sich „sicherheitshalber“ operieren zu lassen. Wir wissen bis jetzt nicht, ob sie das getan hat. (Stand Dezember 2018)

 

 


Klientin 5: Petra

Petra kam im Mai 2015 zu uns, zehn Tage nach ihrer Diagnose „Brustkrebs rechts“. (Sie ist allerdings Linkshänderin, und ihr Kernthema war ein Versorgungsthema: Sie hatte nie wirklich das Gefühl gehabt, daß ihre Eltern für sie da waren.) Bernd machte das Profiling mit ihr, ich (Astrid) war dabei, und sie machte im Anschluß eine Therapiewoche bei mir. Von Mai 2015 bis März 2018 hat Heike 25 Sessions bei mir gemacht, zusätzlich zum Profiling und zwischendurch einer Paarsession gemeinsam mit ihrem Mann. Im Sommer 2017 war ihr Brustkrebs aufgelöst.

Petra ist im Juni 2018 gestorben. – Was ist geschehen?

Auslöser für ihren Brustkrebs war, daß ihr auf einer Beerdigung innerhalb ihrer Familie bewußt wurde, daß ihre Eltern schon recht alt waren und theoretisch die nächsten in der Familie sein könnten, die sterben würden. Allerdings war Heike zu diesem Zeitpunkt schon etwa fünfzig und brauchte ihre Eltern nicht mehr. Die Angst, die sie dabei spürte, war die Angst des Inneren Kindes, das nie wirklich das Gefühl gehabt hatte, daß die Eltern für es da waren. Dieser Versorgungskonflikt ist es, der Brustkrebs links (bei Linkshändern rechts) zugrundeliegt. Besonders Petras Vater war problematisch, und Bernd sagte schon direkt nach dem Profiling: „Ganz viel mit Papa arbeiten.“
Das haben wir dann auch getan und nach und nach dafür gesorgt, daß das Innere Kind Eltern hatte und die Innere Pubertierende sich ablösen konnte. Da Petra auch Mobbing erlebt und von Ex-Partnern schikaniert worden war, haben wir auch mit dem Inneren Löwen gearbeitet, der im Lauf der Zeit von einem kleinen Plüschkätzchen zu einem ausgewachsenen Löwen wurde. Bei alldem haben wir natürlich stets das Ahnenfeld miteinbezogen.

Petra machte 11 Sessions im Jahr 2015.

2016 machte sie insgesamt nur vier Sessions. Zusätzlich zu ihrem ersten Brustknoten hatte sie nun einen zweiten und außerdem Knoten in der Achselhöhle.

Im März 2017 machte sie die nächsten vier Sessions. Wir deckten auf, daß sie einen verlorenen Zwilling gehabt hatte und daß ihr Inneres Baby „ins Licht“ wollte, um diesen wiederzufinden, womit es jeglicher Gesundwerdung im Weg stand. Dies konnten wir auflösen.

Ich sprach mit ihr über das Thema „Umsetzung“, welches ein zentrales Thema der Krebsbegleiter-Fortbildung im Herbst 2016 gewesen war. In ihrer vierten Session 2017 ließ ich sie systematisch in der Innenwelt abfragen, in welchen Bereichen ihres Lebens sie jeweils wieviel Lebenssinn lebte und was zu ändern sei, damit sie auf hundert Prozent käme. Dabei kam heraus, daß es für ihre Entwicklung und Gesundung förderlich wäre, sich von ihrem Partner zu trennen, sich auch räumlich von ihm zu trennen und umzuziehen in ihr eigenes Haus (welches sie vermietet hatte) und beruflich aktiver zu werden. Sie fuhr nach Hause mit dem Beschluß, all dies umzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt ging es ihr auch körperlich so gut, daß dies als realistisch anzusehen war.

Im Sommer 2017 fragte ich per Email nach, wie es ihr ging, bekam aber keine Antwort.

Das nächste Mal sah ich sie erst wieder im Februar 2018. Ihr Brustkrebs war seit Sommer 2017 nicht mehr vorhanden. Sie hatte aber einen neu gewachsenen Tumor unter der Achsel, der ihr Schmerzen bereitete. Es ging ihr nicht gut, und sie meinte, sie sei wohl zum letzten Mal da.
Sie erzählte mir, was in der Zwischenzeit geschehen war:
Sie war nach Hause gefahren mit einer Innenwelt, in der zum Thema Brustkrebs nichts mehr zu finden gewesen war und mit dem Willen, das umzusetzen, was ihre Psyche ihr angezeigt hatte.

Als sie nach Hause kam, erzählte sie diese Beschlüsse ihren Eltern und mußte daraufhin einen halbstündigen Vortrag von ihrem Vater anhören, von wegen sie würde alles falsch machen, das seien alles Fehler, die sie da mache, endlich hätte sie einmal einen Mann, der zu ihr paßte, und nun wolle sie sich trennen, und überhaupt sei sie ein Versager.

Petra hatte ihre Beschlüsse dennoch umgesetzt, und ihr Brustkrebs hatte sich bis zum Sommer vollständig aufgelöst. Gleichzeitig waren ihre Lymphknoten links stark angeschwollen. Sie erzählte mir, sie sei „am Ende ihrer Kräfte“, weil sie die letzten Monate „von einem Arzt zum anderen gelaufen“ war und alle ihr geraten hatten, die Lymphknoten entfernen zu lassen, was sie aber nicht wollte. Sie hatte schließlich nachgegeben und die Operation machen lassen, „um in Ruhe gelassen zu werden“ wie sie es ausdrückte. Nun bereute sie das sehr, denn seitdem wuchs an dieser Stelle ein Tumor.

In der Innenwelt sahen wir, daß in diesem Tumor die Wut auf ihren Vater steckte. Petra sah sich symbolisch als alte Frau in einem dunklen Loch sitzen und darauf warten, daß jemand sie herausholte. Wir bearbeiteten in diesem Zusammenhang noch einmal die Themen „eigenes Leben leben“ und „Ablösung“. Wir machten drei Sessions.

Als sie einen Monat später zu ihren letzten drei Sessions kam, war sie in einem körperlich schlechten Zustand und konnte aufgrund der Schmerzen, die die Operationsnarbe und der Tumor unter der Achsel ihr machten, nur noch mit Schmerzmitteln schlafen. Sie hatte in ihren Sessions (wahrscheinlich aufgrund der Schmerzmittel) deutlich verlängerte Reaktionszeiten im Vergleich zu früher.
In der ersten Session deckten wir auf, daß ihre Innere Siebenjährige einen Machtkampf mit ihrem Vater führte: Als Petra sieben war, übte ihr Vater Judo mit ihr und war dabei grob zu ihr. Die Kleine beschloß: „Wenn ich groß bin, räche ich mich an Papa.“ Petra wurde bewußt, daß sie dabei war, zu sterben, um den Kampf gegen ihren Vater zu gewinnen, bzw. sich dafür zu rächen, daß er immer der Stärkere gewesen und ihr keine Anerkennung gegeben, sondern sie immer als „Versager“ und „Angsthase“ bezeichnet hatte. Nun ging sie ihren Weg ohne Papas Anerkennung, aber sie ging nicht ins Leben.
Der letztendliche Moment der Entscheidung gegen das Leben, so zeigte ihr der Tod in ihrer Innenwelt, war, als ihr Vater vor einem Jahr zu ihr sagte: „Du bist ein Versager.“

In ihren letzten zwei Sessions arbeitete sie weiter am Vater, und sowohl das Innere Kind als auch die Erwachsene konnten sich in der Innenwelt mit ihm versöhnen. Den Schritt aber, den das Leben (in Form dieses Vaters als Herausforderer) von ihr forderte, nämlich sich vom Vater abzulösen, sich auf eine lebensbejahende Weise gegen ihn zu behaupten und ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen und zu leben – diesen Schritt hat sie nicht mehr vollzogen.
Sie war zu diesem Zeitpunkt schon in einem derart geschwächten Zustand, daß ich nicht erwartete, sie wiederzusehen. Ich erfuhr dann im Sommer von ihrem Lebensgefährten, daß sie anfang Juni gestorben war.

 



Petras Beispiel bestätigt unsere These, daß gerade schwer erkrankte Menschen, wenn sie sich durch Persönlichkeitsentwicklung aus ihrer Situation herausbewegen wollen, konstant begleitet werden müssen. Auch nach Optimierung der Archetypischen Kräfte sollte jede Hürde in der Außenwelt, die der Klient nicht gut bewältigt, in der Innenwelt bearbeitet und so die gesamte Psyche ständig nachkorrigiert werden. Die Außenwelt ist als Testfeld zu betrachten, an dem der Klient erproben kann und sollte, inwieweit er seine Themen geklärt hat.

Darauf sollten Klienten hingewiesen werden, damit sie nicht die Erwartungshaltung entwickeln, nach ihren Sessions müsse alles wie durch Zauberei einfach und leicht sein und Konflikte würden sich von selbst auflösen. (Erstaunlicherweise ist dies eine recht häufige Annahme von Klienten.) Dem Klienten sollte vermittelt werden, daß seine Sessions dafür da sind, daß er sein Ahnenfeld aufarbeitet – und es kann tatsächlich sein, daß sich dadurch manche Probleme schon „wie von selbst“ lösen – und daß er anhand der Themen, die seine Familie ihm bietet, und der Herausforderungen, vor die das Leben ihn stellt, bestimmte Qualitäten entwickelt, mit dem Hauptziel, daß er selbstbestimmt sein Leben lebt.

Dazu sind Herausforderungen und Hürden in der Außenwelt notwendig, denn nur anhand dieser kann ein Mensch seine Kräfte entdecken, erproben und entfalten. Innenweltsurfen® dient dazu, in der Psyche alles auszuräumen, was den Menschen hindert, die Hürden zu bewältigen.
Manche Entwicklungsschritte können überhaupt nur in der Außenwelt vollständig vollzogen werden, beispielsweise die Ablösung von den Eltern (oder anderen Autoritätspersonen), durch die ein selbstbestimmtes Leben erst möglich wird.

Krankheit ist nach unserer Erfahrung ein Ausdruck davon, daß der Mensch auf seinem Lebensweg an mehreren Stationen „hängengeblieben“ ist – aufgrund von Traumata oder weil schon seine Vorfahren diese Stationen nicht bewältigt haben und es daher in seinem Ahnenfeld keine Vorlage dafür gibt. Daher ist Krankheit ein dringender Aufruf, den eigenen Individuationsprozeß weiter voranzutreiben. – Dies ist es, was wir durch Innenweltsurfen® fördern und wofür der Krebsbegleiter da ist.
Die Verantwortung für die Nutzung des Begleiters liegt allerdings beim Klienten.

So erinnere ich mich, daß ich in Petras Fall schon im März 2017 dachte: „Warum kommt sie jetzt erst und erzählt mir, daß sie seit Monaten spürt, daß es ihrem Inneren Baby nicht gut geht? – Die Sessions, die wir jetzt gemacht haben, hätten wir vor einem halben Jahr machen können!“ Danach gab sie mir wieder fast ein Jahr lang keine Möglichkeit, ihren Entwicklungsprozeß auch nur mitzuverfolgen, obwohl ich sie mehrfach darauf hingewiesen hatte, daß sie sich sofort melden sollte, falls ihr Zustand sich verschlechterte oder sie mit irgendetwas nicht klarkam. Hätte sie mir beispielsweise von der Reaktion ihres Vaters berichtet und davon, daß sie zu nichts weiter in der Lage gewesen war als das stumm über sich ergehen zu lassen, hätte ich ihr empfohlen, sich sofort mit ihrem Vater auseinanderzusetzen und am besten auch eine Session dazu zu machen. So hat sie die Ablehnung durch ihren Vater fast ein Jahr lang mit sich herumgetragen und unbewußt die Gesundung verweigert, auf die sie doch anscheinend so sehr hinarbeitete.

Was mir bei Petra auch wiederholt auffiel, war, daß es ihr an Lebenssinn fehlte. Wir wissen, daß Lebenssinn ein Faktor ist, der bei Selbstheilungen und Spontanheilungen eine Rolle spielt. Menschen, die Lebenssinn haben, bleiben mit höherer Wahrscheinlichkeit gesund und haben im Fall einer Erkrankung bessere Chancen zu gesunden als Menschen, die keinen Lebenssinn haben.

Dieses Thema sprach ich mit Petra wiederholt an. In den ersten zwei Jahren ihrer Innenweltarbeit wurde deutlich, daß ihre Beziehung ihr ein Gefühl von Lebenssinn gab. Wenn sie die Beziehung in Frage stellte oder merkte, daß ihre Innere Frau in dieser Beziehung nicht aufblühen konnte, verlor sie auch viel an Lebenssinn. Es sah aus als könne sie nicht aus sich heraus Lebenssinn entwickeln, sondern als bräuche sie einen anderen Menschen dafür. Auch als sie erkannte, daß es für sie besser sein würde, ihre aktuelle Beziehung zu beenden, gewann sie dadurch kein Gefühl von Freiheit oder von Vorfreude auf Neues, sondern eher ein Gefühl von Verlust und Bedauern.

Zuletzt sprach ich sie im Februar 2018 auf das Thema Lebenssinn an. Sie sagte sinngemäß: „Als mein Sohn klein war, hatte ich Lebenssinn. Jetzt warte ich auf ein Enkelkind, um wieder Lebenssinn zu haben.“ Sie kam aber in der ganzen Zeit – soweit ich das wahrnehmen konnte – nie an einen Punkt, an dem sozusagen ihr Motor ansprang und sie in ein Leben startete, das ihre innere Entwicklung als neue Grundlage gehabt hätte.

Nach Carl Gustav Jung ist der Individuationsprozeß ein lebenslanger und unvollendbarer Prozeß, bei dem der Mensch aufgefordert ist, zunehmend er selbst zu werden, indem er die immer neuen Herausforderungen annimmt, vor die das Leben ihn stellt.
Bei unserer Beobachtung der vier Klientinnen mit Brustkrebs fiel uns auf, daß sie die Tendenz hatten, in der Man-Form über sich selbst zu sprechen, was generell ein Ausdruck geringer Individuation ist. Dies bestätigt unsere Annahme, daß schwer erkrankte Menschen am weitesten von ihrer Selbstwerdung entfernt sind.
Ronald Grossarth-Maticek schreibt auf seiner Website unter der Überschrift „Grundannahmen“:
„Menschen und soziale Organisationen sind höchst komplexe Wechselwirkungssysteme. Niemals ist es nur ein Faktor, der drastische Veränderungen – von der schweren Erkrankung beim Menschen bis zum Kollaps eines politischen Systems – auslöst.

Bis heute ist das Denken in Gesellschaft und Wissenschaft überwiegend monokausal geprägt. Mal heißt es, eine bestimmte Substanz sei die Krebsursache, mal wird angenommen, dass ausschließlich seelische Faktoren der einzige Risikofaktor für eine Erkrankung sind.
Menschen und soziale Gruppen wirken auf ihre Umwelt und gestalten Zustände und Bedingungen, die Bedürfnisse befriedigen oder verhindern. Die Eigenaktivität wird häufig gegenseitig verhindert, so dass wir von einer Hemmung der aktiven Problemlösung sprechen. Entgegen weit verbreiteter liberaler Ideologien ist auch unsere westliche Zivilisation weitgehend fremdbestimmt.
In der autonomen Selbstregulation, individuellen und sozialen Eigenaktivierung liegt ein riesiges Potenzial von Problemlösungen von allergrößter gesellschaftlicher Bedeutung. Zum Beispiel im Bereich der präventiven Medizin, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oder Anregung der Innovation in Forschung und Entwicklung.
Unter Selbstregulation verstehen wir jede menschliche und soziale Eigenaktivität, die zu Wohlbefinden, Problemlösung, Zielerreichung, Sinnerfüllung und Entwicklung beiträgt. Autonomie ist die innere Unabhängigkeit des Menschen von Personen, Gruppen, Zuständen, die zu negativen Folgen führen und eigenständige Problemlösungen verhindern.“
(http://www.grossarth-maticek.de/seiten/frame_forschung.html, abgerufen am 6.12.2018)


Und weiter: „Eine blockierte Selbstregulation kann auf Dauer krank machen. Die Ursachen für solche Blockaden liegen oft schon in frühster Kindheit, weil in dieser häufig die Ereignisse von höchster emotionaler Bedeutung stattgefunden haben. Aber auch spätere Lebensereignisse können zu Hemmung in der Selbstregulationsfähigkeit führen (z. B. Schockerlebnisse, Erfahrungen der Denunziation, schmerzliche Trennungen).“
(http://www.grossarth-maticek.de/seiten/frame_autonomie.html, abgerufen am 6.12.2018)

Wenn wir die Entwicklungsprozesse unserer Klienten betrachten, sehen wir, daß diejenigen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit gesund (oder gar nicht erst schwer krank) werden, die eine hohe Selbstregulationsfähigkeit haben und damit in der Lage sind, auf das Leben flexibel und kreativ zu reagieren, bzw. diejenigen, die sich durch Aufarbeitung ihrer Muster diese Fähigkeit zurückgewinnen oder erstmalig erwerben, um dann ihr Leben zunehmend autonom zu leben.

Die Selbstwerdung ist seit Urzeiten Thema der Menschheitsmythen: In den Kulturen der Welt finden sich (selbstähnlich) Varianten der einen Geschichte vom Helden, der anfangs in der Regel noch gar kein Held ist, sondern – mehr oder weniger freiwillig – auf Abenteuer auszieht, sei es, daß sein Land bedroht ist, er jemanden retten will oder daß ihm einfach langweilig ist. Seine bisherige Orientierung geht ihm dabei zunächst verloren und er muß sich mit vielfältigen Aspekten des Lebens in unterschiedlicher Gestalt auseinandersetzen (oft dargestellt durch Drachen und Dämonen, mit denen der Held zu kämpfen hat, oder Wesen, die ihn ver-führen oder in die Irre führen). Der Held hat dabei die Aufgabe, Unterscheidungsfähigkeit zu lernen und vor allem: er selbst zu werden, seinen Weg zu finden und dann – nach seiner Rückkehr – auf heilsame Weise Einfluß zu nehmen auf seine Welt – was oft dadurch dargestellt wird, daß er dann der König ist, der für die Ordnung im Land sorgt.

Da ich (Astrid) mich intensiv mit dem Thema Heldenreise befaßt habe, fällt mir bei der Betrachtung unserer Klientinnen auf, daß sich Patricia, Anke und Heike in einem bestimmten Punkt ähnlich verhalten haben: Sie alle kamen überzeugt von ihrem selbstgewählten Weg zur Therapie und waren sicher, daß hinter ihrer Krankheit Ursachen lagen, die von den bei Krebs üblichen Behandlungs-methoden (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) nicht erreicht werden würden und daß sie deshalb auf diesem Weg schlechte Heilungschancen hätten. Aus dieser Haltung heraus begannen sie mit ihrer Innenweltarbeit und konnten ihre Psyche bis zu einer (zumindest vorläufigen, denn wir müssen dies ja immer an der Außenwelt testen) Archetypischen Ordnung hin optimieren, in Petras Fall sogar bis zur Auflösung der Brustknoten.
Dennoch ließen alle drei sich danach noch von Menschen, die Druck auf sie ausübten und ihnen Angst machten, von ihrem selbstbestimmten Weg abbringen und zu Behandlungsmethoden drängen, von denen sie uns gegenüber geäußert hatten, daß sie diese nicht wollten. Dabei geht es nicht darum, festzustellen, ob ihre Entscheidungen „richtig“ oder „falsch“ waren, sondern nur darum, ob sie diese aus eigenem Antrieb trafen oder unter äußerem Druck.

Petra ließ sich ihre Lymphknoten entfernen, um, wie sie im Gespräch mit mir sagte „endlich in Ruhe gelassen zu werden“ und bereute dies schlußendlich, weil ihr danach ein Tumor an dieser Stelle wuchs. Sie war nicht stark genug gewesen, ihrem Vater und den Ärzten (Autoritätspersonen, die häufig stellvertretend für elterliche Autoritäten sind) standzuhalten. Obwohl sie vorher zweieinhalb Jahre lang in Sessions an ihren Themen gearbeitet hatte und dabei durchaus Erfolge zu verzeichnen hatte, griff sie letztendlich auf eine Methode zurück, von der sie nach eigener Aussage nichts hielt.

Wenn man bedenkt, daß es ihre Reaktion auf die Standpauke von ihrem Vater war, die letztendlich ihren Sterbeprozeß in Gang setzte, so kann man sagen, daß sie gestorben ist, weil sie nicht in der Lage war, ihren Weg weiterzugehen als das Leben sie vor die Frage stellte: „Gehst du auch dann deinen Weg weiter, wenn du in Frage gestellt wirst und sogar dann, wenn niemand mehr an dich glaubt?“

„Gehst du auch dann deinen Weg weiter, wenn du in Frage gestellt wirst und sogar dann, wenn niemand mehr an dich glaubt?“ [ => Dies ist mögliche Teilbeschreibung des Urbildes des „Erwachsenen“ ??? welches wir in der Psychobionik bislang noch nicht nutzen – Zuordnung zum 6. Chakra / Eigenschaften: neugierig, forschend, unabhängig und frei in der eigenen Meinung, lebensbeJAend ]
Simone und Jana waren ebenfalls beide überzeugt davon, auf dem richtigen Weg zu sein. – Aber nur so lange wie sie keiner anderen Autoritätsperson begegneten, die ihren Weg in Frage stellte, sie verunsicherte und ihnen Angst machte.

Mir wurde bewußt, daß diese Reaktion der drei Frauen derjenigen Station am Beginn der Heldenreise zuzuordnen ist, an der der Entschluß des Helden, die Reise wirklich anzutreten, auf die Probe gestellt wird. Diese Station wird oft „das Überschreiten der Schwelle“ genannt. Der Held, an den der Ruf ergangen ist, sich auf den Weg zu machen, begegnet hier den „Hütern der Schwelle“. Typischerweise sind das furchteinflößende dämonische Wesen wie man sie als Skulpturen an den Schwellen mancher Tempel findet. Sie sind oft so dargestellt, daß sie den Besucher mit einer Hand einladen, mit der anderen abweisen. In einer Questerzählung können sie auch durch eine Person repräsentiert werden, die den Helden zurückhalten will und ihn auf die Gefahren aufmerksam macht, die sein Wagnis mit sich bringen wird. Der Held ist also vor die Wahl gestellt, seinem inneren Ruf zu folgen und ins Unbekannte zu gehen oder zurückzuweichen und in seinem vertrauten Kontext zu verbleiben.

Tatsächlich haben diese warnenden Stimmen gar nicht so Unrecht, denn jenseits der Schwelle gibt es keinen vorgegebenen Weg mehr. Stattdessen gibt es Helfer und Gegenspieler, zwischen denen der Held erst lernen muß, zu unterscheiden, es gibt Kämpfe mit Ungeheuern und schließlich die Zerstörung und Neugeburt des Helden, von der er, falls er erfolgreich ist, transformiert wiederkehrt, um seine Welt zu erneuern. Doch am Beginn des Weges gibt es keine Garantie auf einen bestimmten Ausgang dieser Unternehmung. Und am Beginn des Weges ist der Held noch kein Held, sondern einfach ein Mensch, der die Möglichkeit sieht, sich auf den Weg zu machen. Er kann nicht wissen, ob er erfolgreich heimkehren und damit ein Held werden wird…

Die einzige Garantie am Beginn der Quest ist die, daß der Held, wenn er die Schwelle überschreitet, sich in der Wildnis wiederfinden wird. Und Wildnis ist in den Heldengeschichten symbolisch für den Zustand, in dem es keinen vorgegebenen Weg mehr gibt und der Mensch keine Wahl mehr hat als seinen ganz eigenen Weg zu finden. Jede andere Orientierung ist ihm dann genommen. Die Ritter der Tafelrunde wußten dies und begaben sich bewußt an eben den Stellen in den Wald, wo dieser am undurchdringlichsten war.

Wenn Du auf der Quest bist, ist es normal, keinen Weg mehr zu sehen: Wenn Du in der Wildnis bist, ohne Weg und Ziel, die Wegweiser sind verschwunden oder stimmen nicht mehr, und die Kompaßnadel dreht durch, dann bist Du richtig. – Vorausgesetzt, Du willst auf der Heldenreise sein. Wenn Du das nicht willst, bist Du einfach nur verirrt.

Und ein Mensch, der noch immer einen vorgegebenen Weg sucht, ist nicht auf der Quest, sondern einfach auf der Suche nach einem vorgegebenen Weg. Der Questweg ist nicht vorgegeben, denn er ist der Weg der Individuation. Die meisten Menschen fühlen sich aber sicherer, wenn sie sich an Wegweisern und Landkarten orientieren können und bewegen sich gern in Bereichen, die bereits gut kartographiert sind und sind daher keine wirklich erwachsenen Persönlichkeiten.

Dies erklärt Janas Erstaunen als sie erkannte, daß fünf alternative Ärzte ihr allesamt kein fertiges Konzept für ihren Heilungsweg anbieten konnten: Persönliche Entwicklung und Gesundung sind beides so komplexe Geschehen, daß sie nicht mit einem einheitlichen Konzept erfaßt werden können, noch kann ein Mensch für einen anderen den Weg wissen, den dieser zu gehen hat.

Wir sehen also, daß es Menschen gibt, die zwar kundtun, den Weg, auf dem die Psychobionik sie begleiten kann, gehen zu wollen, sich aber in letzter Konsequenz (und manchmal auch noch nach vielen Sessions) davon abbringen lassen, weil sie noch nicht die innere Stärke und die nötigen Fähigkeiten entwickelt haben, um zu wissen, welcher Weg wirklich ihrer ist und diesen auch zu gehen.
Abschließend ist uns aufgefallen, daß Jana und Simone auf die Empfehlung von Ärzten hin zu uns kamen, Petra auf die Empfehlung eines Apothekers hin, welcher auch als Krebsberater tätig ist: Alle drei hatten also die Psychobionik von medizinischen Fachkräften empfohlen bekommen, und es ist fraglich, ob sie von sich aus diesen Weg gewählt hätten und bis zu welchem Grad sie ihn eingeschlagen haben, um andere Wege zu vermeiden.

Im Vergleich dazu habe ich aktuell eine andere Klientin mit Brustkrebs links, die von sich sagt, sie hätte eine Aufstellung zu den ihr empfohlenen Möglichkeiten des Umgangs mit ihrer Krankheit gemacht, weil sie spürte, daß die ihr empfohlenen Behandlungsmethoden für sie nicht stimmig waren. Sie hätte die verschiedenen Methoden aufgestellt und alle hätten sich „verabschiedet“, bis auf die eine, „hinzuschauen, nach innen zu gehen“. Daraufhin habe sie einen Weg gesucht, genau dies zu tun, und ihr sei die Psychobionik empfohlen worden. – Sie ist umgeben von Menschen, die Angst um sie haben und sie „anflehen, zu Ärzten zu gehen“ wie sie sagt, aber sie läßt sich bislang nicht beirren…



Fazit:

- Die Psyche komplett aufzuräumen hat Vorrang vor dem Auflösen irgendeines Symptommusters.

- Wir müssen – wie in der Psychobionik üblich – vier Generationen zurück das Ahnenfeld bearbeiten.

- Uns ist bewußt, daß wir den Entwicklungsprozeß unserer Klienten nicht kontrollieren können. Aus diesem Grund versprechen wir auch niemandem, daß er ein bestimmtes persönliches Ziel (z.B. Gesundheit) erreichen wird.

- Wir empfehlen Klienten, regelmäßige Kontrollsessions zu machen und auch im Alltagsleben darauf zu achten, wo ihnen ihre Themen begegnen und wo sie gefordert oder überfordert sind, um dann bei Bedarf in der Innenwelt weiterzuarbeiten.

- Der Klient ist eigenverantwortlich, und es liegt in seiner Verantwortung das Angebot seines Begleiters in Anspruch zu nehmen.

- Lebenssinn ist wichtig.

- Wir können einen Menschen begleiten, aber wir können nicht bestimmen, ob er seinen Weg geht.